Mittwoch, 22. November 2017

[Rezension] Mein Herz wird dich finden - Jessi Kirby


Inhalt:
Vor 400 Tagen ist Mias große Liebe bei einem Autounfall jung gestorben. Mias Herz ist gebrochen. Dafür hat ein anderer junger Mann durch seine Organspende eine neue Lebenschance erhalten.
Als Mia und Noah aufeinandertreffen, spüren sie eine innere Verbundenheit. Doch Mia verheimlicht ihm, dass sie die Freundin des Menschen war, der Noah sein Herz gespendet hat, denn Noah weigert sich, die Angehörigen des Organspenders kennen zu lernen. Mia fühlt sich zum ersten Mal wieder lebendig und nahezu glücklich, doch wie weit darf sie gehen, um das zu schützen? Wie viel darf sie verheimlichen und ist dies alles nicht ein einziger Verrat an ihrem ehemaligen Freund? Darf sie überhaupt wieder glücklich sein - ohne ihn?Meine Meinung:
Was als Inhaltsangabe etwas pathetisch klingt, ist als Jugendbuch wunderbar gelungen. Ich habe dieses Buch innerhalb von 1,5 Tagen durchgelesen und war begeistert.
Mia ist eine trauernde Jugendliche, die eigentlich ihr Leben noch vor sich hat, dieses aber seit dem Tod ihres Freundes auf Eis gelegt hat. Sie zieht sich solange zurück, bis sie auf Noah trifft, zu dem sie eigentlich keinen Kontakt aufnehmen darf. Noah ist jedoch so charismatisch, dass sie nicht anders kann, als ihn wiederzusehen. Und so ging es mir mit Noah auch: Obwohl er schon jung ein krankes Herz hat, viel Zeit im Krankenhaus und mit Angst verbracht hat, nutzt er seine neue Lebenschance voll aus. Er macht, was er liebt und ist jedem neuen Tag gegenüber so positiv eingestellt, dass man das nur bewundern kann. Er ist freundlich, einfühlsam und so voller Hoffnung. Seine Lebensart hat mir in Verbindung mit der Geschichte sehr gut gefallen.
Durch die relativ große Schrift und die Kapiteleinteilung, kann man das Buch rasend schnell durchlesen und irgendwann auch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist so schön was da passiert, das neue Hoffnung geschöpft wird und sich das Leben durch einen Anderen endlich wieder zum Positiven wendet und doch stimmt es den Leser etwas melancholisch, dass das auf Basis vom Tod eines geliebten Menschen stattfindet. Trotzdem war die Thematik nie beklemmend dargestellt, sodass sie einem zwar bewusst wurde, aber nicht düster aufs Gemüt geschlagen hat.
Hinzu kommt dann noch das sehenswerte Cover und schon haben wir ein Buch, das mich überzeugen konnte!Fazit:
Ein bezauberndes Jugendbuch, das im Herzen und im Kopf bleibt. Ich kann es nur empfehlen.
 
 

Samstag, 18. November 2017

[Rezension] Kleine Stadt der großen Träume - Fredrik Backman

Inhalt:
Björnstadt ist eine Eishockeystadt- so war das und so wird es immer bleiben. In dem kleinen Ort hinter dem Wald, kann sich keiner diesem Spiel entziehen, egal ob er es hasst, liebt oder beides gleichermaßen tut. Ein ganzer Ort fiebert nun mit seiner Junioren-Mannschaft mit, die im Halbfinale gegen eine der besten Mannschaften Schwedens stehen. Ale erhoffen sich durch einen Sieg Aufschwung für Björnstadt und jeder feiert die Mitglieder der Mannschaft, die sich selbst am stärksten fühlen. Doch dass bald ihrer aller Leben vollkommen auf den Kopf gestellt und das Spiel hinterfragt wird, ahnt noch niemand. Björnstadt wird den Atem anhalten...
 
Meine Meinung:
Die erste Hälfte des Buches konnte mich leider gar nicht in Spannung halten. Alles dreht sich um Eishockey und jede einzelne der zahlreichen Personen lässt ihr Leben auf die ein oder andere Weise von Eishockey bestimmen. Da ich kein großer Sportfan bin, konnte mich dies nicht sonderlich begeistern, auch wenn der Schreibstil von Backman einen  gewohnt gefangen nimmt. Der Autor schafft es, allein durch seine Worte so viel Atmosphäre und Stimmung in eine Geschichte zu legen, dass der Leser, egal bei welcher Thematik, nicht anders kann, als hineingesogen zu werden, selbst wenn es nicht spannend ist.
Seine Art zu erzählen erinnert mich bei diesem Buch von ihm an einen großen Flickenteppich, denn jeder Charakter, der vorkommt, möge er Protagonist oder Nebencharakter sein, erhält seinen Platz im Buch und schildert einzelne Stellen und seine Stellung gegenüber dem Eishockey aus der eigenen Sicht (auch wenn Backman aus der Er-/Sie-Perspektive schildert). All diese Eindrücke ergeben einen großen Teppich, der die Geschichte unterlegt.
Trotz diesem eindeutigen Talent von Backman, konnte mich der erste Teil wirklich nicht für sich einnehmen. Aus meiner Sicht hätte man Mehreres wegkürzen können, weil der Leser nach einiger Zeit sehr wohl begreift, wie wichtig dieser Sport ist und das sich alles nur darum dreht. Nach der ermüdenden ersten Hälfte ging jedoch die eindringliche Achterbahnfahrt der Gefühle los, der sich niemand entziehen kann. Erst hier hat mich das Buch gepackt und das Ende hat mich mit dem Rest des Buches so versöhnt, dass es einen Stern mehr bei der Bewertung ausmacht. Ich habe mitgefühlt und die düstere Stimmung der Geschichte hat nicht nur auf den Seiten, sondern auch in mir den Höhepunkt gefunden. Ich war wütend, angeekelt, traurig und enttäuscht und das in einem seltenen Ausmaß. Es gibt kein Happy End und doch hätte das Ende nicht passender sein können.
 
Fazit:
Einfühlsamer Autor, eine düstere Geschichte mit schwieriger Thematik und mit riesigem Sportanteil ergeben meinerseits gemischte Gefühle. Nichtsdestotrotz eine eindringliche Geschichte, die bestimmt großen Anklang findet.
 

Samstag, 4. November 2017

[Rezension] Da ist noch Luft nach oben - Stephan Porombka

Inhalt:
Der Zeit- Kolumnist Stephan Porombka setzt sich in diesem Buch mit einigen der meistbenutzten Phrasen im Alltag auseinander. Floskeln werden allgegenwärtig benutzt und meistens merken wir es noch nicht einmal. Wir kennen die eigentliche Bedeutung nicht, oder haben im Laufe der Zeit die Bedeutung des Satzes verlagert, sodass er nun ganz anders genutzt wird. Dieses Buch soll zeigen, wie man mit Floskeln spielen kann und zu welchen Gelegenheiten man diese effektiv nutzen könnte.

Meine Meinung:
Als ich den Klappentext gelesen habe, hatte ich mir vorgestellt, dass der Autor sich mit Alltagsphrasen auseinandersetzt, ihre Herkunft erklärt und witzig auf ihre Bedeutung eingeht. Wer dies auch erwartet, könnte von der tatsächlichen Umsetzung dann eher genauso enttäuscht sein.
Auf jeder Doppelseite wird eine Floskel thematisiert. Dies ist immer mit einem Bild aufgelockert, das ich mir manchmal sehr gerne anschaue und manchmal unästhetisch finde. Die Bilder sind gewollt so geschossen, dass sie aussehen, wie aus Porombkas eigener Sammlung, sie gleichen Schnappschüssen, nicht einem professionellen Shooting, was ich allerdings an sich schön finde. Mehrere Bilder haben mir gar nicht gefallen, was aber Geschmackssache bleibt.
Kommen wir zu dem Text: Leider geht Porombka nicht erklärend (oder zumindest ernsthaft) auf die Herkunft der Floskeln ein. Er beschreibt eher ironisch ihre Nutzung in der Gegenwart und bleibt immer auf humoristischer Basis, ohne wirkliche Fakten zu nennen. Leider hat mir daher etwas mehr Substanz gefehlt und ich kam mir vor, als hätte ich eine Kolumne in einer Zeitung gelesen, nicht ein zusammenhängendes Buch. Klar, vielleicht stellt dieser Duden-Band auch nicht den Anspruch, mehr zu sein, aber durch meine nicht erfüllten Erwartungen habe ich mir die ganze Zeit nur gewünscht, es wäre eine ausgewogene Mischung humoristisch aufbereiteter Hintergründe der Phrasen. Ich habe mich leider nicht besonders unterhalten gefühlt.

Für faktisch-Interessierte ist der Griff zu diesem Buch also nichts. Wer sich aber etwas unterhalten lassen möchte, und das in kleinen bebilderten Häppchen, könnte hiermit seinen Spaß haben.

Fazit:
Für mich war die Umsetzung leider nichts, aber andere könnten sich von der Art Porombkas gut unterhalten fühlen. Auf jeden Fall ein Häppchen zum Zwischendurch-Lesen.

 
Danke an Literaturtest für dieses Rezensionsexemplar.

Donnerstag, 2. November 2017

[Rezension] Ewig: Wenn Liebe entflammt - Rhiannon Thomas



Inhalt:
Auroras Leben klingt wie ein Märchen: Nachdem sie durch einen Fluch in einen hundertjährigen Schlaf fiel, wird sie mit dem Kuss des Prinzen geweckt und als Heilsbringerin gefeiert. Doch der König unterdrückt sein Volk, mordet ohne Gnade und zeigt sich tyrannischer denn je. Um ihr Volk zu retten, sucht Aurora Zuflucht im von Drachen bedrohten Königreich des charmanten Prinz Finnegan, der mehr über ihre Macht zu wissen scheint, als Aurora selbst. Nun muss Aurora kämpfen: Gegen den uralten Fluch, für ihr Königreich und dafür, ihre immer stärker werdende Magie zu beherrschen.
 
Meine Meinung:
Schon den ersten Teil dieser Reihe habe ich mit nur zwei Sternen bewertet, weil es mir nicht gefallen hat. Dieser Zweite ist nun etwas besser gelungen:
Aurora ist, auch wenn schon sympathischer als im ersten Teil, immer noch eine launische Protagonistin, der ich so recht keine positiven Gefühle abgewinnen konnte. Sie wirkt selbst in emotionalen Situationen gefühlstechnisch nicht greifbar und konnte so keine Gefühle bei mir hervorrufen.
Der neue Ansatz dieser Interpretation, also das Aurora ihr Leben selbst in die Hand nimmt, nicht nur auf ihren Prinzen wartet und Vorgegebenes aus eigenem Willen nicht erfüllen möchte, gefällt mir an sich, allerdings schafft es die Autorin einfach nicht, mich zu fesseln oder gar eine für mich sympathische Protagonistin zu erschaffen, mit der ich mich identifizieren könnte.
Die Handlung des Buches ist selbst dann langweilig, als vermeintlich Neues passiert und der Leser eigentlich an den Seiten kleben sollte. Zudem habe ich das Gefühl, alles dreht sich im Kreis, Aurora wird durch Wiederholungen ihrer Gedanken bestimmt und dabei werden immer wieder Fragen aufgeworfen, die offen bleiben und einen damit zusätzlich verwirren. Selbst am Ende, nach der Auflösung, erschließen sich mir die Hintergründe für den Fluch und Auroras Situation nicht ganz, denn die Erklärung dahinter wirkt nicht vollständig durchdacht.
Insgesamt fehlt ein Spannungsbogen und es werden kaum Emotionen transportiert und erst die letzten 100 Seiten haben einen Faden aufgebaut, dem ich zumindest etwas gespannt folgen konnte. Das war jedoch zu spät, verbessert meine Bewertung zwar etwas, bringt für mich diese Reihe aber leider nicht auf einen grünen Zweig.
 
Fazit:
Durch die letzten 100 Seiten besser als der erste Band. Diese konnten es aber nicht mehr herausreißen, sodass ich die Reihe generell nicht empfehle.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

[Rezension] Tiefe Narbe von Arno Strobel

 
Inhalt:
Der Oberkommissar Max Bischoff ist neu auf dem Revier als eines Morgens ein bekannter Journalist blutbesudelt und verwirrt auf dem Polizeipräsidium auftaucht. Er kann sich an die letzte Nacht nicht mehr erinnern, weiß nicht woher das Blut stammt und welche Rolle er dabei spielt. Den Ermittlern ist schnell klar, dass etwas Schlimmes vorgefallen sein muss, erst Recht, nachdem sich herausstellt, dass das Blut einer Frau gehört, die seit über zwei Jahren vermisst wird. Bischoff und sein Partner Böhme sehen sich einem grausamen Foltermord gegenüber, als kurz darauf eine Frauenleiche am Rhein auftaucht. Mit seinen modernen und wissenschaftlich fundierten Ermittlungsmethoden muss sich Max nicht nur gegenüber seinen Kollegen, sondern auch gegen den Mörder behaupten, denn bald verstrickt er sich immer weiter in den mysteriösen Fall. Ist der Journalist Opfer oder Täter?
 
Meine Meinung:
Dieser Thriller wird aus der Sicht des Oberkommissars Max Bischoff erzählt und schon zu Anfang wurde mir dadurch klar, dass dies für mich kein Thriller, sondern eher ein Kriminalroman sein wird, zumindest so wie ich die beiden Genre verstehe. Max ist der Überflieger, ein junger Kollege in einem neuen Team, der mit seinen modernen Methoden nicht auf Gegenliebe bei seinem älteren Partner stößt. Er ist als Charakter eher unspektakulär und von Beginn an fast schon langweilig. Seinen Kollegen Böhmer empfinde ich schlichtweg als unsympathisch, da er nicht gerade durch seine offene Art besticht. Er verhält sich oftmals herablassend, da er der Meinung ist, Erfahrung und Intuition wiegen mehr als die Methoden von Max und dies thematisiert er häufig und ausgiebig durch Augenrollen, Verwerfen von Max Ideen oder die Betonung, dass er mehr in diesem Job gesehen habe als Max. Sein Charakter ist typisch klischeehaft dargestellt: Er ist der alteingesessene Polizist.
Bis zur Mitte hin musste ich mich zwingen, weiter zu lesen, da weder etwas Nennenswertes passiert, noch mag ich die auftauchenden Charaktere besonders. Kleine Kapitel aus der anonymen Sicht des Mörders geben zwischendurch Einblick in die kranke Psyche und der Leser fragt sich, welcher Mensch nur so schlimme Sachen tun kann.
Ab der Mitte des Buches habe ich mich reingelesen und obwohl sämtliche Charaktere immer noch eher monoton und klischeehaft dargestellt werden, wird alles wesentlich spannender, sodass das Lesen nicht mehr so schleppen voran geht.
Ab da wird aber auch die Folter des Mörders an seinen Opfern immer häufiger thematisiert, sodass zarte Gemüter vielleicht weniger gewillt sind, weiter zu lesen. Wer also ein mehr Blut nicht verkraftet, sollte da die Finger weglassen.
 
Fazit:
Solider Krimi, dessen Charaktere mich nicht überzeugen konnten. Wirkte teilweise klischeehaft und plump.

Freitag, 20. Oktober 2017

[Rezension] Sprache in Bildern - Duden



Das Buch ,,Sprache in Bildern" liefert viele interessante Fakten über Sprache. Hierbei geht es nicht nur ums Deutsche, auch wenn das ein wesentlicher Teil des Duden-Bandes ist, sondern auch um Kuriositäten aus aller Welt.
Aufgemacht im kleinen Hardcover-Format und mit vielen bunten Grafiken und Bildern, stöbert man gerne durch die Seiten, um Neues zu lernen. Wussten Sie zum Beispiel, dass Tsakonisch zu den seltensten Sprachen in Europa gehört, da nur noch ca. 300 Leute diese griechische Sprache sprechen? Oder dass ,,Steinach bei Rothenburg ob der Tauber" der längste Ortsname in Deutschland ist? Dies und vieles mehr kann man aus diesem Buch lernen. Das Wissen erstreckt sich über Thematiken wie Namensgebung, Rechtschreibung und Alphabete aus aller Welt, über neue und alte Wörter der deutschen Sprache, bis hin zu Palindromen, also Wörtern die vorwärts wie rückwärts gelesen das gleiche Wort ergeben.
Durch die vielen bunten Bilder wird es weder dem Auge, noch dem Gehirn schnell langweilig, denn es gibt immer wieder Neues zu entdecken.
Ich habe mich nicht gelangweilt, fand die meisten Fakten interessant gewählt und konnte mich so gut mit dem Buch beschäftigen, auch wenn Sachbücher dieser Art normalerweise nicht mein Fall sind.
 
Fazit:
Tolles Geschenk für Sprachbegabte und -interessierte, Menschen die Sprache zu ihrem Beruf machen wollen oder einfach nur Interessierte, die ihr Allgemeinwissen über unsere und andere Sprachen aufbessern wollen.



Montag, 16. Oktober 2017

[Rezension] Chosen: Das Erwachen - Rena Fischer

Inhalt:
Emmas Erinnerungen wurden manipuliert. Sie glaubt ihr Vater wurde von ihrer großen Liebe Aidan ermordet und vertraut niemandem mehr, außer ihrem Mentor und Schulleiter einer Schule für außergewöhnlich Begabte: Fion Farran. Genau dieser ist jedoch in die dunklen Machenschaften verwickelt, in die Emma immer wieder hineingezogen wird. Er manipuliert sie, kapselt sie vom Rest ihrer Freunde ab und versucht krampfhaft, sie an seiner Seite zu halten. Doch was steckt dahinter? Und werden ihre Freunde es schaffen, Emma von der Wahrheit zu überzeugen, wo sie doch glaubt, das Richtige zu tun? Eines ist sicher: Selbst ihren eigenen Erinnerungen kann Emma nicht mehr trauen.
 
 
Meine Meinung:
Bei ,,Chosen: Das Erwachen" handelt es sich um den zweiten und letzten Band einer Reihe.
Alle Punkte, die ich am ersten Band kritisiert habe, wurden durch diesen zweiten Teil so gut wie neutralisiert. Die Geschichte ist und bleibt von Anfang an spannend, allein schon wegen der neu hinzugekommenen drei Sichtweisen. Nicht nur Emmas Gefühlswelt und Erlebnisse seit Ende des ersten Teils werden betrachtet, auch Aidan und Jacob, also Emmas Liebe und Emmas Vater erhalten ihre eigenen Kapitel. Dadurch wird die Geschichte von mehreren Seiten aufgearbeitet und mein Lieblingscharakter, Jacob, erhält mehr Aufmerksamkeit. Dadurch sind die Hauptcharaktere besser ausgearbeitet, man erhält mehr Einblicke und es gibt keinen Platz mehr für Oberflächlichkeit, was mir sehr gut gefallen hat.
Der Schreibstil von Rena Fischer ist gewohnt bemerkenswert, man kann einfach nicht aufhören zu lesen. Dazu trägt auch die Handlung bei, denn immer wieder, wenn gerade ein Spannungshoch erreicht wurde, geht es mit neuen Ereignissen weiter, die den Leser in Atem halten. Hierbei wirkt das alles jedoch nicht überladen, was bei dicht aufeinanderfolgenden Szenen dieser Art leicht passieren könnte. Im Gegenteil, die Auflösungen sind einfallsreich und interessant, sodass Langeweile keine Chance hat.
Was mir im Gegensatz zum ersten Teil als einziger Punkt etwas gefehlt hat, war die gemeinsame Zeit zwischen Emma und Aidan. Die Geschichte gibt nicht so die Möglichkeiten wie im ersten Teil her, trotzdem hat meine romantische Ader dies etwas vermisst.
Da selbst das große Finale am Ende weder Fragen, noch Wünsche offen gelassen hat, bin ich sehr zufrieden mit diesem Abschluss.
 
Letztendlich passt sogar das tolle Cover zum Gesamteindruck, denn das springt einem nicht nur sofort ins Auge, es passt auch noch zum Vorgängerband und lässt somit die Herzen der Bücherregal-Fetischisten höher schlagen.
 
Fazit:
Eine absolut lesenswerte, in beiderlei Hinsicht fantastische Dilogie, die Jugendbuchfans gelesen haben sollten. Rena Fischer gehört hiermit zu meinen Lieblingsautoren!
 
Danke an Rena Fischer für dieses Rezensionsexemplar, das mich in meiner Meinung jedoch nicht beeinflusst hat.

Mittwoch, 11. Oktober 2017

[Rezension] Sehnsucht nach dir von Marie Force


Inhalt:
Ella ist schon seit ewigen Zeiten in Gavin verliebt. Doch seit sein großer Bruder viel zu jung gestorben ist, kann Gavin nicht mehr in seinen normalen Alltag zurückfinden. Er weist seine Freunde und auch Ella immer wieder zurück, bis diese ihm gehörig und vermeintlich zum letzten Mal den Kopf wäscht. Voller Angst, die einzige Person zu verlieren, die seit diesem tragischen Unglück immer kompromisslos an seiner Seite gestanden hat, gibt er ihr ein Versprechen, dass er solange hält, bis in die grausame Vergangenheit einzuholen droht.
 
Meine Meinung:
Der Inhalt dieses Teils der Reihe hat mich enttäuscht. Natürlich erwarte ich bei diesem Genre kein Meisterwerk, allerdings war die Handlung sehr leer. Es wird viel Ellas und Gavins Angst thematisiert, ihre gerade aufkeimende Beziehung könnte Chief gehen, eine tatsächliche Handlung ist allerdings kaum vorhanden (sieht man mal von den zahlreich eingestreuten Liebesszenen ab ;) ).
Ella ist ein süßer Charakter, denn sie ist unglaublich lieb, voller Hoffnung und begegnet anderen freundlich, dadurch ist sie aber auch ein wenig langweilig, denn sie hat kaum Ecken und Kanten.
Gavin besitzt diese dafür zu Hauf, vor allem wenn es um die Erinnerung an seinen verstorbenen großen Bruder geht, aber auch -und vor allem- bei ihm hätte ich mir mehr Pfiff gewünscht. Er redet ständig über seine dunklen Seiten, wenn diese aber vermeintlich hervorbrechen, ist es entweder wegen einer Lappalie oder anderweitig nicht wirklich nachvollziehbar für mich als Leserin.
Es gibt zwar wieder familiäre Einblicke bei anderen Abbotts, in diesem Teil aber viel weniger.
Generell wirkte es, als wollte die Autorin die Geschichten des Paares schnell abschließen, nur um die nächste beginnen zu können, sodass mir die übliche Detailliebe, die ich aus anderen Büchern von ihr kenne, fehlte.
Auch dadurch waren zwar Emotionen auf dem Papier da, in mir selbst wurden sie aber leider nicht wirklich geweckt.
Trotzdem lässt sich auch dieser Teil schnell durchlesen, ist gut geeignet zum Durchschnaufen und so entspannend, wie nur Liebesromane sein können.
 
Fazit:
Dies ist das erste Buch der Reihe, das ich nicht annähernd so gut fand, wie die anderen und somit das bisher ,,Schlechteste".

 

Dienstag, 19. September 2017

[Rezension] Der Junge auf dem Berg - John Boyne

Inhalt:
Pierrot wird in Frankreich geboren, doch als er seine beiden Eltern tragischerweise verliert, nimmt ihn seine bisher nicht bekannte Tante Beatrix mit sich nach Deutschland, in Adolf Hitlers Sommerresidenz: dem Berghof. Der zweite Weltkrieg steht bevor und auch der unschuldige kleine Pierrot gerät in die charismatischen Fänge des Führers. Pierrot schwört ihm die Treue- egal was passiert und egal, wen er verraten muss, um dem Führer treu zu bleiben. Kann das Gute im Menschen noch bestehen, wenn er dem Schlechtesten ausgesetzt ist?
 
 
Meine Meinung:
Für mich ist es das erste Buch von John Boyne, der durch das Buch ,,Der Junge im gestreiften Pyjama" und die gleichnamige Verfilmung bekannt wurde.
Die Geschichte ist von Anfang an so aufbereitet, dass auch jüngere Jugendliche dieses Buch problemlos (wenn auch nicht ohne eventuelle Begleitung eines Erwachsenen) lesen und verstehen können. John Boyne schildert in einfacher Sprache und Schreibweise, aber eindringlich, wie Pierrot aufwächst, welche Probleme er schon in jungem Alter bewältigen muss und wie er seine Familie verliert. Er gehört nie irgendwo richtig hinzu, hat nicht viele Freunde, ist anfangs jedoch trotzdem glücklich. Immer mehr erreichen ihn die nationalsozialistischen Gedanken der Zeit und, von allen wichtigen Personen in seinem Leben verlassen, fehlt es ihm an Vorbildern... Zumindest bis Adolf Hitler ihm und anderen ein Gefühl der Zugehörigkeit vermittelt.
John Boyne schafft es eindrucksvoll die schleichende Verwandlung von Pierrots Charakter zu beschreiben. Anfangs ist der Protagonist noch ein unschuldiges, warmherziges Kind, später der patriotische Peter, der jeden verraten würde um sein Idol zu schützen. Die Anzeichen für nationalsozialistisches Gedankengut tauchen vereinzelt auf, werden immer dichter, bis Pierrot ihnen ganz verfällt.
Auch wenn es so einige Szenen gab, die diese gewalttätige Zeit widerspiegeln, wurde es nie explizit oder geschmacklos.
Einzig zwei Dinge haben mich gestört: Für mich war alles doch ein wenig oberflächlich angekratzt, sodass ich das, was der Autor erreichen wollte (nämlich über die Frage der Gehirnwäsche und Beeinflussung nachzudenken), zwar verstehe, aber nicht zu beim Lesen 100% mitfühlen konnte.
Hinzu kommt der Schluss, der für mich leider enttäuschen war. Ich hatte mir einfach mehr Reue und Trauer vorgestellt, nach allem was passiert ist. Die letzte Wendung auf den hintersten drei Seiten wiederum konnte mich etwas besänftigen.
 
Fazit:
Eine Leseempfehlung vor allem für Jugendliche, die dadurch miterleben können, wie es passieren kann, in die Fänge eines charismatischen Vorbilds zu geraten und ohne nachzudenken seine eigene Menschlichkeit aufzugeben.

Montag, 11. September 2017

[Rezension] Ewig:Wenn Liebe erwacht - Rhiannon Thomas

Inhalt:
Das Märchen scheint perfekt: Aurora wird von einem Prinzen aus dem hundertjährigen Schlaf wachgeküsst und das Volk ist begeistert, denn die Legende erzählt, dass Aurora Glück über ihr Leben bringen wird. Doch nichts ist, wie es sein sollte. Aurora ist nur eine Schachfigur, die bewegt wird um die Macht über den Thron zu erhalten, denn sie ist die wahre Thronfolgerin. Niemandem kann Aurora vertrauen, nur sich selbst und so beschließt sie, das Wohl ihres Volkes selbst in die Hand zu nehmen.
 
Meine Meinung:
Ich liebe die alten Märchen und mag es daher auch, Neuauflagen dieser zu lesen.
Allerdings hält dieses Buch nicht, was der Klappentext verspricht. Die Geschichte plätschert unaufgeregt vor sich hin und auch wenn es ein paar Intrigen und Gemeinheiten gibt, wird keine Spannung aufgebaut, denn alles ist so lau geschrieben, dass keine entstehen kann, obwohl die Geschichte und die Charakter Potential dafür bereitstellen. Stattdessen sind die Akteure weitestgehend nicht weiter bemerkenswert und auch Protagonistin Aurora wirkt blass. Sie weiß selbst nicht, wer sie sein möchte und richtet ihre Meinung nach dem, was gerade ihr Gegenüber sagt und denkt. Ich hatte das Gefühl, sie jammert um ihr Schicksal und ihre Vergangenheit, ist aber zu naiv, um die Gegenwart wirklich zu ändern. Dieser Eindruck soll durch eine vermeintlich rebellische Entscheidung am Ende dieses ersten Teils revidiert werden, dennoch blieb für mich der große Knall, den man am Ende eines solchen Jugendbuchs erwartet, aus.
Dass das Buch nicht so war, wie ich erwartet hatte, war in der Hinsicht gut, das ich nicht wusste, was als nächstes passieren würde, auf der anderen Seite jedoch schlecht, weil die Handlung weder romantisch, noch spannend war. Auch die versprochene Anziehung zwischen Aurora und Prinz Finnegan, die im Klappentext des Verlags angepriesen wurde, blieb schlichtweg aus.
Auch der Titel ist für den Leser irreführend, da dieser erste Teil eigentlich Null mit Liebe zu tun.
Im Gesamten keine schlechte Umsetzung per se, aber irgendwie nichtssagend. Da habe ich mehr erwartet.
 
Fazit:
Hält nicht, was es verspricht und war für mich enttäuschend langweilig.
 

 

Donnerstag, 24. August 2017

[Rezension] Butterbrot und Liebe - Susanne Friedrich



Inhalt:
Hanna hist mehr Karrierefrau als jede andere. Eine Beziehung brauch und will sie nicht. Doch als sie auf den gutgelaunten Gastronom Christoph trifft, bleibt eine Affäre nicht aus. Als er ihr näherkommt, als erwartet, gibt sie ihm einen Korb. Doch was Hannah nicht weiß ist, dass Christoph alles für seine Träume tun würde. Und sein Traum ist die große Liebe. Und dazu kommt noch die Macht seiner Freunde und Familie, die hinter ihm stehen und ihn unterstützen. Kann Hannah da wirklich widerstehen?
 
Meine Meinung:
Erwartet habe ich einen humorvollen Roman, der mich an manchen Stellen Schmunzeln lässt, mit einer spritzigen Geschichte, die nicht nur romantisch, sondern auch sympathisch ist. Leider ist dieses Buch hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben.
Von Beginn an hat mich die betont jugendliche Sprache der Charaktere daran gehindert, mich in die Geschichte einzufinden. Es hat sich komisch angefühlt, dass eigentlich Erwachsene von mindestens 30 Jahren sich so unterhalten. Es blieb jedoch nicht nur bei der Sprache, auch so manche Handlung hat mich an eher Jüngere erinnert, nicht an reife Personen. So mischt sich Christophs Mutter unmöglich stark in sein Beziehungsleben ein, obwohl sie Hannah in die er sich verliebt hat, gar nicht kennt. Hinzu kommt, dass sie ihn mit seinen Anfang 30 immer noch ,,Putzipu" nennt, worüber ich nur den Kopf schütteln konnte, sobald das wieder vorkam.
Generell war mir fast kein Charakter wirklich sympathisch, denn alle verurteilen Hannah schnell, ohne sie und ihre Vergangenheit zu kennen, drängen sie, Entscheidungen zu treffen, die sie schon mehrfach abgelehnt hat oder verhalten sich schlichtweg kindisch. Der für mich sympathischste Charakter im gesamten Buch war leider ein Nebencharakter. Aber wenigstens dieser ist ehrlich und steht für seine Meinung ein, egal welche Konsequenzen es auch hat.
Die Kapitelabschnitte, die aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt werden, haben sich wie Momentaufnahmen aneinander gereiht. An sich fand ich die Tatsache, dass man dadurch alle Charaktere einmal näher kennenlernt sehr gut, allerdings gab es da auch einige Ecken. Beispielsweise werden Geschichten, die mehr Potenzial hätten, nur kurz angerissen, sodass man sie auch komplett hätte weglassen können, oder es entstehen mehrere nebenherlaufende Erzählstränge, die unnötige Längen in das Buch einbringen.
Was mich jedoch am meisten gestört hat, war das ewige Hin und Her der Geschichte, obwohl nüchtern betrachtet eigentlich nichts zwischen den Personen geschehen ist. Da fehlte es mir an Substanz, um das Buch interessant zu machen, vor allem, weil mir die gemeinsame Zeit der Protagonisten viel zu kurz gekommen ist und die Emotionen mich daher nicht erreicht haben.
 
Fazit:
Leider konnte mich dieser Roman nicht überzeugen. Nicht mein Humor und somit leider nichts für mich.


Danke an Literaturtest für dieses Rezensionsexemplar.

Samstag, 12. August 2017

[Rezension] Colombia: Weil ich dich besitze - Skye Leech

 
Inhalt:
 
Ana hat keine andere Wahl, als ihre Familie im kolumbianischen Dschungel zurückzulassen. Sie muss mit dem kalten Kartelloberhaupt Nicolas mitgehen, der sie besitzen und brechen möchte. Ana wird ihre Familie nie wieder sehen und der Hass gegenüber ihrem Entführer wird größer und größer. Nicolas hingegen ist amüsiert über Anas Sturheit und empfindet Respekt gegenüber ihrem Mut, sich gegen ihn behaupten zu wollen. Seinem Willen wird sie sich jedoch beugen müssen, denn zwischen Drogen, Morden und purer Kaltherzigkeit geht es um mehr als nur um ein einzelnes Schicksal.
 
Meine Meinung:
 
Ein Buch, das zwischen Drogen und dem kolumbianischen Dschungel spielt, konnte mich mit der Thematik nur anziehen. Dies ist mein erstes Buch der Autorin, die ihre Bücher selbst veröffentlicht.
Der Schreibstil ist für die eher raue Story fast schon gewählt, auch wenn das durch einige Fehler etwas gedämpft wird. Da gibt es zum Beispiel Fehler in Grammatik, Tempus oder den spanischen Ausdrücken und selten auch bei logischen Zusammenhängen. Das hat mich während dem Lesen jedoch nicht weiter gestört, denn ich habe das Buch innerhalb eines Tages komplett durchgelesen. Die Geschichte ist mitreißend und übermittelt gut den kolumbianischen Flair, den ich mir von Anfang an gewünscht hatte. Man weiß nicht, wem man trauen kann, es geht um schmutzige Geschäfte, aber auch um ein wunderschönes Land, das unter den Kriminellen leidet.
Nicolas ist einer von denen. Er ist der männliche Protagonist, der charismatisch, sexy aber auch gefährlich ist. Er scheut sich nicht, Blut zu vergießen und Strafen über Menschen zu verhängen, die sich nicht seinem Willen beugen. Ana ist eine starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt und zumindest so gut es geht versucht, sich ihrem Entführer zu widersetzen. Dabei lernt sie sich selbst mehr kennen und entdeckt Seiten an ihr selbst, die sie nie für möglich gehalten hätte.
Die erotischen Szenen sind prickelnd, aber nicht gewalttätig, was mir bei Dark-Romance immer etwas Sorgen macht. Außerdem sind sie auch nicht zu ausschweifen und somit genau richtig für die Länge dieses Buchs.
Natürlich dürfen auch Verwicklungen, Verrate und Hindernisse nicht fehlen, durch die die Handlung neue Würze erhält. Das Ende war für mich persönlich etwas vorhersehbar, da ich mit solch einer Entwicklung schon gerechnet hatte, trotzdem wurde ich gut unterhalten.
 
Fazit:
 
Noch nicht ganz rund in der Umsetzung, aber ein solider und sehr unterhaltsamer Erotik-Roman mit kriminellem Einschlag und kolumbianischem Flair. Mir hat es gefallen.
 
 
 
 

Freitag, 4. August 2017

[Rezension] Am Abgrund des Himmels - Sue-Ellen Pashley

Inhalt:
Grace geht seit ihrem Umzug von Sidney nach Bruny Island allen Menschen außer ihrer Großmutter Lillie aus dem Weg. Sie möchte sich nicht mit jemanden anfreunden, egal, wie sehr sich der Nachbarsjunge Nick bemüht, sie kennen zu lernen. Doch als dieser sie vor dem Tod bewahrt steht fest, dass er mehr verbirgt, als es den Anschein macht und Graces Neugier ist geweckt. Als sie herausfindet, welches Geheimnis er mit sich herumträgt, könnte sie nicht faszinierter sein.

Meine Meinung:
Von diesem Zweigverlag des Beltz Verlags habe ich bisher kein Buch gelesen und hatte somit auch eher weniger Erwartungen. Deswegen hat es mich umso mehr überrascht, welche Geschichte ich hinter diesem schönen Cover vorgefunden habe.
Es gibt kurze Kapitel, die überwiegend aus der Sichtweise der beiden Protagonisten, Grace und Nick, geschrieben sind. Außerdem gibt es noch wenige Kapitel aus Sicht einer dritten Person, nämlich Nicks Vater.
Nick ist ein sehr süßer Protagonist, der nicht dem üblichen sexy Bad-Boy-Schema entspricht. Er wird aufgeregt und dadurch tollpatschig, wenn er mit Grace zusammen ist, ist einfühlsam und aufmerksam und bemüht sich so sehr, Grace ein gutes Gefühl zu geben, dass es richtig süß ist. Dadurch ist er für mich der sympathischste Charakter in dem Buch geworden und mir richtig ans Herz gewachsen. Grace ist eher zurückhaltend, denn sie hat in der Vergangenheit Schlimmes erlebt und kann sich nur noch schwer auf neue Menschen in ihrem Umfeld einlassen. Doch in Nicks Gegenwart blüht sie zögerlich auf, was man als Leser durch die gut beschriebenen Gedanken nachvollziehen kann.
Natürlich gibt es auch Hindernisse, die den beiden im Weg stehen, doch hier ist es eine solche Fülle an Problemen, die gelöst werden müssen, dass das auf den unter 400 Seiten gedrängt wirkt. Kaum ist eine Situation gemeistert, wartet an der nächsten Ecke schon die nächste Hürde, sodass vor allem das letzte Drittel des Buches sehr dramatisch herüber kommt. Das hat mich nicht weiter gestört, weil ich so überrascht von den romantischen Seiten war, aber für andere könnte das zum Kritikpunkt werden.

Fazit:
Überraschend tiefgehende Liebesgeschichte, die man hinter den Buchdeckeln so gar nicht erwartet hätte.

Montag, 31. Juli 2017

[Rezension] Ich werde immer bei dir sein - Leisa Rayven


Inhalt:
Cassie und Ethan sind getrennt. Jeglicher Kontakt zwischen ihnen ist abgebrochen und Cassie versucht, über ihr gebrochenes Herz hinweg zu kommen. Das ist gar nicht so einfach, denn die beiden sind auf der Bühne zusammen immer noch fantastisch und werden daher für dieselben Aufführungen gecastet. Doch Cassie ist sich sicher: Sie wird Ethan nie wieder an sich heran lassen. Oder?

Meine Meinung:
Im zweiten Band der Dilogie um die beiden Schauspieler liegt der Fokus, im Gegensatz zum ersten Band eher auf der Vergangenheit, als auf der Gegenwart, auch wenn es wieder Rückblenden zu vergangenen Geschehnissen gibt. Ein neues Element sind dabei auch Ethans Tagebucheinträge aus der Zeit, in der sich Cassie und er kennengelernt haben.
Die Charaktere haben sich definitiv weiter entwickelt. Cassie eher zum negativen, denn ihr Herz ist gebrochen, sie trauert um ihre Liebe und leidet unter den Begegnungen mit Ethan, die gezwungenermaßen durch ein gemeinsames Engagement im Theater herbeigeführt werden. Sie lässt niemanden an sich heran. Ethans Entwicklung als Leser mit zu erleben ist erstaunlich, denn er hat seit der Trennung von Cassie hart an sich gearbeitet. Er setzt alles daran, Cassie zurück zu gewinnen, und ist mittlerweile nicht mehr nur der klischeehafte sexy Bad Boy aus dem ersten Teil, sondern jetzt auch ein Mann für die wahre Liebe geworden. Dadurch finde ich ihn auch gleich viel sympathischer.
Man kann nicht anders, als mit den beiden mit zu fiebern. Man ist hin und her gerissen und wünscht sich, dass sie endlich wieder zueinander finden, obwohl Cassie so verletzt ist. Ich konnte das Buch einmal angefangen, so gut wie nicht mehr aus der Hand legen.

Fazit:
Hat mir etwas besser gefallen, als der erste Teil!

Sonntag, 30. Juli 2017

[Rezension] Wohin du auch gehst - Leisa Rayven

 
Inhalt:
Cassie will es schaffen - sie möchte Schauspielerin werden. Bei einem Vorsprechen an der New York Grove Schauspielakademie lernt sie den charismatischen Ethan Holt kennen. Auf der Bühne harmonieren die beiden perfekt miteinander, im Leben hinter der Bühne hält Ethan Abstand, ist schweigsam und wirft anderen finstere Blicke zu. Es ist klar, dass er an seiner düsteren Vergangenheit hängt. Doch auch wenn es ihre Schauspielerei beeinflusst, fühlt sich Cassie zu ihm hingezogen. Von Anfang an ist klar, dass kann nur in einem Desaster enden.
 
Meine Meinung:
Der erste Band der Dilogie um Ethan und Cassie besteht aus einer Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart. Schon anfangs ist dem Leser klar, das zwischen den beiden etwas passiert ist. Es gibt immer wieder Rückblenden, die die ersten Begegnungen und die Ereignisse schildern, sodass man gut die Emotionen der beiden nachvollziehen kann und weiß, wie es zur Trennung in der Gegenwart gekommen ist. Stellt sich nur noch die Frage, ob sie ihre Differenzen beseitigen können und wieder zueinander finden.
Ethan und Cassie passen schauspielerisch wunderbar zusammen und es macht Spaß, ihren Werdegang mit zu verfolgen, auch wenn man gleichzeitig von Anfang an weiß, dass etwas schief laufen wird. Durch die Rückblenden wird Stück für Stück aufgerollt, was zu ihrer Trennung geführt hat, gute und schlechte Momente wechseln sich ab und es bleibt interessant.
Das Schauspielermilieu fand ich für einen Roman aus dem New Adult Genre sehr interessant, vor allem die Szenen, in denen wirklich geschauspielert wird und sie auf der Akademie etwas darüber lernen.
Auch Romantik und Leidenschaft fehlen natürlich nicht. Bei beiden sind die Gefühle sehr intensiv, wie man es in dem Genre auch erwartet.
Die beiden Hauptcharaktere sind ganz gut gewählt, sie verhalten sich nur etwas klischeehaft und natürlich entsprechen ihre Charaktereigenschaften eher dem üblich bekannten Schema.
 
Fazit:
Insgesamt ist die Geschichte weder zu seicht, noch zu anspruchsvoll und hält eine gute Balance zwischen Klischees, üblichen Mustern des Genres und Abschnitten, in denen man einfach nicht anders kann, als mit zu fiebern.


Sonntag, 9. Juli 2017

[Rezension] Post Mortem:Tränen des Zorns - Mark Roderick

Inhalt:
Emilia Ness und Avram Kuyper arbeiten nur zusammen, wenn es unbedingt sein muss. Der gesuchte Profikiller ist auf der Suche nach seinem größten Rivalen in eine Falle getappt. Emilia Ness geht es ebenso. Als sie gerade an einem aktuellen Interpol-Tatort arbeitet, erhält sie ein Päckchen mit einem abgeschnittenen Ohr, kurz darauf ein Video, das beweist, das ihre Tochter Becky entführt wurde. Das Ohr stammt wohl von ihr. Der Täter weiß, dass sie alles tun würde, um ihre Tochter zu retten, selbst eine Kooperation mit Avram Kuyper eingehen. Für die beiden stehen die Überlebenschancen jedoch schlechter als je zuvor.

Meine Meinung:
In Post Mortem 3 treffen wir wieder auf die beiden altbekannten Protagonisten Emilia Ness, die Interpol-Agentin und Avram Kuyper, den Profi-Killer. Es gibt einen neuen Ausgangspunkt, denn Becky, Emilias Tochter, wird entführt und niemand weiß, wer dahinter steckt, aber wieder werden beide in einen Fall hineingezogen.
Diese Reihe hat mich bisher nie enttäuscht, was auch wieder bei dem Band so war, den ich sogar besser fand, als den Vorgänger. 
Mark Rodericks Szenarien und sein Schreibstil laden dazu ein, voller Interesse daran, was nun als nächstes passiert an den Seiten zu kleben. Ab der Mitte des Buches steigt die Spannung, es gibt gut konstruierte Thriller-Elemente, bei denen der Autor Mut zeigt, indem er eine besonders perverse Psyche des Täters aufzeigt. Das könnte teilweise nichts für zart besaitete Leser sein, da Folter an Menschen zwar nicht ausgiebig, aber doch so beschrieben wird, dass man sich gut vorstellen kann, was passiert.
Was mich gestört hat, war nicht das bombastische, fast schon übertrieben actionreiche Ende, bei dem es viele Explosionen, Tode und eine große Flucht gibt (was sich etwas wie das Drehbuch zu einem Actionfilm liest), es war schon wieder das Motiv, dass die Familie der Protagonisten, wie in den anderen Bänden auch schon, als Druckmittel benutzt wurde.

Fazit:
Wieder ein sehr lesenswerter und spannender Teil der Post-Mortem-Reihe. Als Thrillerfan kann man mit Mark Roderick nichts falsch machen!
 

Sonntag, 2. Juli 2017

[Rezension] Stell dir vor, dass ich dich liebe - Jennifer Niven


Inhalt:
Stell dir vor, du läufst durch die Schule und erkennst weder Mitschüler, noch Freunde wieder. Stell dir vor, du erkennst deine eigene Mutter nicht, wenn sie dich von der Schule abholt. Stell dir vor, du erkennst keinen deiner Liebsten. Was würdest du tun? Jack muss sich das nicht vorstellen, denn er leidet an Gesichtsblindheit. Obwohl er zu den Beliebten an seiner Schule gehört, kann er sich nicht an Gesichter erinnern, nicht mal an seine Familie. Als Libby in sein Leben tritt ist sie die Einzige, die weiß, was Jack wirklich verbirgt. Denn auch sie trägt eine schlimme Geschichte mit sich herum. Sie ist übergewichtig und geht nun seit langen Jahren des Abnehmens das erste Mal wieder zur Schule, voller Angst, dass das Mobbing weitergehen könnte.
 
Meine Meinung:
Allein der Klappentext verrät eine außergewöhnliche Thematik, die Krankheit Prosopagnosie. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem das aufgegriffen wurde, was mich sofort neugierig gemacht hat. Jack und Libby schildern abwechselnd aus ihrer Sicht, wie es ihnen mit ihren jeweils unterschiedlichen Problemen im Leben ergeht und wie sie dabei aufeinander treffen. Jack versucht seine Krankheit zu vertuschen, während Libby offen mit dem Mobbing wegen ihres Übergewichts umzugehen gelernt hat. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein: Sie die Geächtete und er der Coole, aber die beiden freunden sich an und merken, dass hinter dem Gegenüber mehr steckt, als da zu sein scheint.
Von Anfang an war ich in der Geschichte gefangen und wollte sie nicht aus der Hand legen. Libby ist ein bewundernswerter Charakter, der trotz viel Leid mutig und selbstbewusst ist, wobei sie immer sie selbst bleibt. Sie hat in dem Buch (Gott sei Dank) nicht die typische Opferrolle inne, denn sie wehrt sich, kämpft für ihre Träume und lässt sich nicht vom Mobbing unterkriegen, auch wenn es hart ist.
Jack ist vielschichtig und war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn er sich manchmal falsch verhält, um mit Coolness seine Krankheit zu überspielen. Bei ihm war es besonders interessant, welche Strategien er hat, um Menschen zu erkennen und seine Prosopagnosie im Alltag zu bewältigen. Die Autorin hat an dieser Stelle auch noch ein Paar interessante Infos zur Krankheit in den Text eingebunden, beispielsweise, welche berühmten Persönlichkeiten daran leiden.
Die außergewöhnliche Geschichte und später auch die romantischen Gefühle zwischen den beiden mit zu erleben, hat mich sehr unterhalten, mich mitfiebern lassen und mich auch einmal eine Träne verdrücken lassen.
 
Fazit:
Ein herausstechend gutes Jugendbuch, das wichtige Themen aufbereitet, mit zwei starken Charakteren und einer gerade richtigen Prise Liebe! Leseempfehlung!
 
 

Sonntag, 25. Juni 2017

[Rezension] Zwei fast perfekte Schwestern - Michaela Grünig

Inhalt:
Stephanie Lenz empfindet sich selbst als Mauerblümchen. Sie findet sich nicht hübsch, nicht außergewöhnlich und nicht talentiert genug, vor allem im Gegensatz zu ihrer Schwester. Diese hat einen reichen Regisseur geheiratet, ist in der High Society beliebt und engelsgleich schön. Stephanie weiß, dass sie ihrer Schwester niemals das Wasser reichen kann, doch dann werden beide Leben vollkommen auf den Kopf gestellt. Lillys Mann betrügt sie mit einer noch Jüngeren und Stephanie rettet sich mit einer Lüge vor den Liebesbekundungen ihres Chefs. Daraufhin wird sie auch noch zur Betreuung eines bekannten Schriftstellers beordert, der bezichtigt wird, seine Frau ermordet zu haben. Das Chaos ist perfekt!
 
 
 
Meine Meinung:
Schon zu Anfang empfängt einen der gewohnte wortgewandte und wirklich tolle Schreibstil, den ich aus den anderen Büchern von Frau Grünig kenne.
Diesmal geht es um die Suche nach Liebe und Glück von zwei unterschiedlichen Schwestern, die einfach nur sie selbst sein wollen und sich dabei in das Chaos des Lebens stürzen müssen. Abwechselnd wird in den Kapiteln aus Stephanies Ich-Perspektive und Lillys Sicht, in Form der personalen Perspektive, die Geschichte geschildert, sodass man immer genau weiß, um wen es nun geht. Beide Geschichten haben ihren eigenen Charakter, aber auch sich gleichende Aspekte, da beide nicht zufrieden mit sich sind, sich miteinander vergleichen und sich das Leben der jeweils anderen wünschen, von der sie glauben, dass sie viel glücklicher sein muss. Trotzdem haben sie ein relativ gutes Verhältnis zueinander, wobei mir die Interaktion zwischen den beiden Schwestern im Buch etwas zu kurz gekommen ist.
Die Geschichten hat viel mit Familie, Selbstfindung und auch etwas Romantik zu tun und verzichtet, wie es auch bei anderen Büchern der Autorin ist, nicht auf Witz, Charme und Wendungen am Ende des Buches. Die romantischen Gefühle auf Stephanies Seite gingen mir doch etwas zu schnell und zu heftig und waren deswegen nicht ganz nachvollziehbar für mich, das hat der Geschichte aber keinen Abbruch getan.
Die Wirrungen am Ende hätte ich in dieser Form mal wieder nicht erwartet, denn diese stellen alles nochmal ein wenig auf den Kopf.
Dabei ist die Story weder zu anspruchsvoll, noch zu seicht, ich wurde wie gewohnt so gut unterhalten, dass ich das Buch stellenweise gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.
 
Fazit:
Die Themen von Michaela Grünigs Büchern sind so vielfältig und entsprechen nie einem Schema F, obwohl natürlich immer dieselbe Autorin dahintersteckt. Jedes Buch ist ein Glücksgriff und auch dieses macht keine Ausnahme, auch wenn ich zwei kleine Anmerkungen hatte.
 
Danke an Michaela Grünig für das zur Verfügung gestellte Exemplar, das meine Meinung jedoch nicht beeinflusst hat.

Mittwoch, 14. Juni 2017

[Rezension] Die Überfahrt- Mats Strandberg

Inhalt:
Die schwedische Ostseefähre Baltic Charisma überquert in einem Tag das Meer bis nach Finnland. Die Passagiere kommen überwiegend, um einen Tag lang ihren Spaß zu haben: Alkohol, Sex und Party, alles unverbindlich und vor allem reichlich. Circa 1200 Passagiere wollen diesmal auf ihre Kosten kommen, doch was sie nicht wissen ist, dass mit zwei unauffälligen Gestalten, einer Mutter und ihrem Sohn etwas Uraltes das Schiff betreten hat. Breitet sich das Grauen erst einmal aus, kann keiner mehr fliehen und das Schiff wird zur Todesfalle.

Meine Meinung:
Die Idee des Romans hört sich gar nicht mal so schlecht an. Auf Deck eines Partyschiffs bricht der Horror aus und auf dem Meer kann keiner so leicht fliehen. Das hat Mats  Strandberg in ein 500-seitiges Buch gepackt, dass mich weder übermäßig begeistert, noch schwer enttäuscht hat.
Das Buch wird durch viele verschiedene Charaktere aufgebaut, aus deren Sicht das Geschehen an Bord abwechselnd geschildert wird. Diese Menschen sind aus vielfältigen Gründen auf der Fähre: Sie sind Mitarbeiter, Passagiere, Leute die ihrer Einsamkeit oder dem Alltag entfliehen wollen oder die einen gemeinsamen Ausflug mit Familie und Freunden machen.
Der Anfang gestaltet sich eher langsam. Es geschieht nichts weiter Spektakuläres, man erfährt mehr etwas über die Beziehungen, Arbeitsstellen oder persönlichen Probleme der vorkommenden Personen. Dies ist nicht allzu detailliert, aber gerade so, dass man einen Eindruck ihres Lebens erhält und sie somit auch auseinanderhalten kann. Trotzdem reicht das aus, dass das Buch zumindest nicht langweilig erscheint, denn irgendwie bleibt der Leser dabei und bricht das Buch nicht ab. Die Spannung steigt sehr langsam, wobei es erst ab Mitte des Buches mit dem eigentlichen Grauen anfängt. Von da an steigert sich nicht nur die Zahl der Toten, sondern auch die Spannung: Wer wird überleben, wer schafft es, das Schiff zu verlassen und was geschieht mit den Betroffenen dieser Katastrophe?
Es gibt bei diesem Buch auch öfter Mal nähere Beschreibungen der Morde, Verstümmelungen oder Sexszenen, weswegen zarte Gemüter wahrscheinlich abgeschreckt werden könnten. Ich könnte mir dieses Buch beispielsweise ganz gut verfilmt als Horror-Slasher vorstellen :D
Die Handlung ist seicht und hat keinen tieferen Sinn oder Appell oder sonst etwas, was mitschwingen könnte und vor allem der Anfang hätte nicht so ausgiebig in Hinsicht auf die Seitenzahl sein müssen.

Fazit:
Hätte nicht so lang sein müssen, hat mich aber recht gut unterhalten. Ein zweites Mal lesen muss ich es nicht unbedingt.

Montag, 29. Mai 2017

[Hörbuch-Rezension] Ich und die Menschen-Matt Haig

Inhalt:
Der Mathematikprofessor Andrew Martin stirbt eines Tages. Was aber niemand weiß, denn ein Alien mit überlegener Intelligenz und von einem Planeten weit außerhalb der menschlichen Vorstellung hat Besitz von seinem Körper ergriffen. Es hat eine Mission, die es erfüllen soll und dabei ist es den Menschen nicht positiv gegenübergestellt. Es weiß, dass Menschen egoistisch, aber auch gewalttätig sind und möchte so schnell wie möglich diesen grausamen Planeten verlassen. Doch je länger es auf der Erde wohnt, desto mehr Positives fällt ihm auf. Sind die Menschen wirklich so schlecht?
 
Meine Meinung:
Zum ersten ist Christoph Maria Herbst die perfekte Besetzung als Sprecher für dieses Hörbuch. Er bringt die Stimme eines Aliens in einem Menschenkörper authentisch herüber, auch wenn es natürlich keine Vergleiche gibt, die der Hörer anstellen könnte ;) . Allein durch seine Betonung der Wörter erlebt man die Entwicklung des Aliens: Anfangs ist die Stimme noch starr und gefühlslos, mit Fortdauer der Story wird sie immer emotionaler. Die Geschichte dieses Buches ist außergewöhnlich und mutet deswegen auch des Öfteren witzig an. So beginnt sie damit, dass der vermeintliche Professor Andrew Martin nackt vor dem Corpus Christi College in Cambridge aufgegriffen wird. Aber woher sollte ein Alien auch wissen, dass Kleidung den Menschen so wichtig ist? Es kommt zu Missverständnissen, ironischen Situationen und skurrilen Gesprächen während sich das Alien noch an seine menschliche Rolle anpasst. Je mehr man Andrew Martins Vergangenheit kennenlernt, desto lieber mag man die außerirdische Lebensform, die von ihm Besitz ergriffen hat und desto mehr hofft man auf ein gutes Ende für diese. Was mir aber sehr gut gefallen hat ist, dass das Ende innerhalb dieser Geschichte trotz allen Gefühlen realistisch bleibt.
 
Fazit:
Außergewöhnlich, intelligent und tiefgründig. Eine absolute Hörempfehlung!
 
 

Samstag, 27. Mai 2017

[Rezension] Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt-Kristina Günak

Inhalt:
Bea ist immer für alle da und so ist es klar, dass sie ihrem kleinen Verlag helfen möchte, als er in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Doch nie hätte sie sich freiwillig darauf eingelassen, die Anstandsdame des Starautors Tim Bergmann spielen zu müssen, der in der Öffentlichkeit gelinde gesagt eher rüde auftritt. Er ist jedoch der Einzige, der mit seinen Büchern dem Verlag aus der Patsche helfen kann, schlechte PR kann hin oder her. Also muss Bea wohl oder übel das Chaos beseitigen, das Tim überall dort verbreitet, wo er geht und steht und merkt dabei, dass er auch in ihrem eigenen Leben mächtig Staub aufwirbelt!
 
Meine Meinung:
Was man auf Bildern im Internet oder auf dem Reader gar nicht richtig wahrnimmt, ist das tolle Cover, einmal in Händen gehalten fällt das Design aber sofort auf.
Das Buch ist mit 288 Seiten nicht allzu lang, die Kapitel sind angenehm kurz, der Schreibstil locker-leicht und die hinzukommenden Absätze vereinfachen den Lesefluss ungemein. Man findet sich dadurch schnell in die Geschichte ein und denkt sich:,, Ach noch ein kurzes Kapitel kann ich noch lesen!" Und dann sind es doch mehrere und plötzlich ist man schon am Ende angelangt... So ging es zumindest mir beim Lesen.
Begünstigt wird das noch durch den Aufbau der Geschichte, denn auch wenn Kristina Günak das Rad mit diesem Roman nicht neu erfindet, sind mir doch einige kleine Details aufgefallen, die sich von der Masse an Büchern abheben, die ich in diesem Genre in letzter Zeit gelesen habe:
1. Die Protagonistin lebt in außergewöhnlichen Familienverhältnissen, die den Leser berühren und auch wichtig dafür sind, wie der Charakter Beas (strukturiert, immer zur Stelle, hilfsbereit) umrissen wird. Allerdings wird hier nichts über-dramatisiert oder ausgelutschte Themen aufgegriffen, die schon hundertfach in solchen Büchern vorkommen.
2. Die Annäherung der beiden Protagonisten findet allmählich und langsam statt, was plausibel ist, wenn man bedenkt, wie unterschiedlich sie sind und wie wenig sie sich anfangs mögen. Es entsteht ein zartes Band und die Liebesgeschichte ist zurückhaltend. Es wird also nicht mit der ,,Sex-Keule" geschwungen, was bei dieser Geschichte wirklich erfrischend war.
3. Die Geschichte an sich ist sehr süß und vor allem das Ende verströmt einen schönen Hauch an Liebe und Zukunftsoptimismus, obwohl ich es eher als teiloffenes Ende empfinde. Auch das passt wieder sehr zu den beiden vorherigen Punkten und ergibt ein rundes Bild.
 
So ist dies einerseits ein Buch, in dem es keine großen innovativen Plottwists oder eine große Spannung gibt, aber immerhin gibt es Kleinigkeiten, die einen frischen Wind hineinbringen.
 
Fazit:
Süßer Roman, der auf eigene kleine Weise heraussticht.

Mittwoch, 24. Mai 2017

[Hörbuch-Rezension] More letters of Note: Briefe für die Ewigkeit

Inhalt:
Liebesbriefe, Bewerbungsschreiben oder Antwortbriefe auf skurrile Begebenheiten. In diesem Hörbuch antwortet Marge Simpson auf Kritik der früheren First Lady Barbara Bush oder Che Guevara hinterlässt einen Brief an seine Kinder. Momentaufnahmen der Geschichte und erstaunlicher Persönlichkeiten wurden übersetzt und eingesprochen.
 
 
 
Meine Meinung:
Briefe und Notizen sind persönlich und geben somit gute Einblicke in die Gedanken des Verfassers. Nicht alle Persönlichkeiten, auf die die Briefe in diesem Hörbuch zurückgehen, haben mich von Anfang an interessiert und manche wollte ich schon bei der Ankündigung auf dem Cover unbedingt lesen. Ich wurde allerdings im Positiven wie negativen überrascht, denn einige Briefe haben mich trotz anfänglichem Desinteresse an der dahinter stehenden Person sehr gut unterhalten und zum Lachen gebracht. Andere wiederum fand ich so langweilig, dass ich mich zwingen musste, sie zu Ende zu hören. Insgesamt bin ich mit meiner Meinung zu den ausgewählten Schriftstücken mittig angelangt, da sich negative wie positive Hörerfahrungen ausgleichen.
Das liegt keinesfalls an den Sprechern, denn für jeden Brief, wurde ein anderer Sprecher ausgewählt und nie kam er oder sie mir unpassend dafür vor. Das bringt Abwechslung ins Hörerlebnis und bei manchen Sprechern, beispielsweise Atze Schröder, der Brian Doyles standardisiertes Ablehnungsschreiben liest, passt die Auswahl so gut, dass allein das schon den Hörgenuss steigert.
Trotzdem ist More Letters of Note kein Hörbuch, dass ich im Ganzen mehrfach hören würde, einige Titel darauf aber gerne immer wieder.
 
Fazit:
Für Zwischendurch ganz nett, mehr aber auch nicht.
 

Montag, 15. Mai 2017

[Rezension] Schenk mir deine Träume-Marie Force

 
Inhalt:
Megans Schwester möchte mit ihrem Mann nach Frankreich ziehen. Und als wäre es nicht schon schlimm genug, die beste Freundin und engste Vertraute zu verlieren, muss Megan nun auch noch um ihren Job bangen, da ihre Schwester und gleichzeitige Arbeitgeberin das Diner aufgeben wird. Hunter, der Finanzchef der Abbot-Familie findet sie schluchzend auf dem Parkplatz und macht es sich zur Aufgabe, die Probleme, die anstehen zu lösen. Dabei kommen sich die beiden näher und Hunter weiß, er muss versuchen, Megan trotz allem dazu zu bewegen, in Butler zu bleiben.
 
Meine Meinung:
Nachdem ich den dritten Band verschlungen habe, habe ich sofort mit diesem Band weiter gelesen.
Hunter ist ein regelrecht bezaubernder Charakter, denn nach außen hin ist er der gelassene Geschäftsmann mit Stil, vor allem was Mode betrifft. Sobald er jedoch auf Megan trifft ist er innerlich unsicher. Mit seiner unglaublich süßen Art für andere da zu sein und mit seinem Auftreten hat er schnell mein Herz erobert. Sein Umgang mit seiner Zwillingsschwester Hannah wird hier mehr herausgearbeitet, sodass man die besondere Verbindung zwischen ihnen spürt, was mir sehr gefallen hat. Megan hingegen ist ein wenig schwieriger einzuschätzen und manche ihrer Verhaltensweisen haben mich weniger überzeugt als andere, aber alles in allem ist auch sie nicht unsympathisch.
Neben der Geschichte der Hauptprotagonisten wird der Leser auch über die Charaktere aus anderen Büchern auf dem Laufenden gehalten und ist bei aktuellen großen Ereignissen dabei.
Ein kleines Detail, das mir besonders bei diesem Teil der Reihe aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass die Kapitelüberschriften zu jedem Protagonisten passend ausgesucht werden. Bei Hunter sind es Zitate von Erfolg.
 
Fazit:
Hunter mausert sich zu meinem Lieblingscharakter. Ich liebe die Abbott-Familie! :)